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Jens Lomax

Aktualisiert: 26. Juli 2019


Unser Lomax 223 ist ein typischer Vertreter der englischen Kitcars - Bausatzfahrzeuge, die vor allem in den 1970er und 1980er-Jahren ihre Blütezeit erlebten. Aufgrund der hohen Steuern für Neuwagen war man in England früh auf die Idee gekommen, Bausätze zu verkaufen: unter Nutzung eines sog. "Spenderfahrzeugs" (meistens ein altes billiges Fahrzeug mit Rahmen, z.B. VW-Käfer, Citroen 2CV, Triumph Herald usw.) und mithilfe eines Bausatzes (GFK-Karosserie) konnte so jeder mittelmäßig begabte Hobbyschrauber sein Traumauto zusammenbauen. Der Lomax gehörte zu den meistverkauften Kitcars in England und der Bausatz wurde in den 1990er Jahren auch in Deutschland verkauft. Die Karosserieform nimmt Anleihen beim Morgan Threewheeler und dem Bugatti B35. Technische Basis sind der Rahmen, Achsen, Motor und Getriebe einer Ente, seinerzeit problemlos und günstig verfügbar, technisch überschaubar bei sehr guter Ersatzteilversorgung. Den Lomax gibt es sowohl mit vier, als auch mit drei Rädern. Aufgrund der europaweiten Verschärfungen der Abgasnormen und den enorm gestiegenen Preisen für die gute, alte Ente, wurde die Bausatzproduktion Mitte der 2000er Jahre eingestellt. Die Typbezeichnung Lomax 223 bzw. 224 leitet sich ab von "zwei Zylinder, zwei Sitze, drei bzw. vier Räder". Unser Lomax 223 ist Baujahr 1996 und kam 2011 in unseren Besitz. Schon der originale Entenmotor mit seinen rund 30 PS macht einen Riesenspaß, wiegt das Autochen doch gerade mal 450 kg. Man sitzt förmlich auf dem Asphalt, während die kleinen Brooklands-Scheiben nur den allergröbsten Fahrtwind abhalten. Da fühlen sich 90 km/h wie 180 Sachen an! Regenschauern ist man schutzlos ausgeliefert, genauso niedrigen Temperaturen. Die vielen gereckten Daumen und freudigen Gesichter am Straßenrand entschädigen aber für Alles. Übrigens fährt es sich mit drei Rädern genauso sicher wie mit vier: Da der Motor auf der Vorderachse zwischen den Rädern liegt, ist der Wagen absolut stabil.





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