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Jens Rover

Aktualisiert: 25. Juli 2019


Der Rover P6 wurde von 1963 bis 1977 gebaut und war im Jahre 1964 das erste Auto überhaupt, das den Titel "Car of the Year" errang.

Der Rover P6 entstand seinerzeit sehr aufwändig als komplett neues Auto am Reißbrett, es wurden keine Teile aus früheren Modellreihen entlehnt. Leisten konnte man sich dies wegen der phänomenalen Verkäufe des Land Rovers, der die Kassen im Rover-Stammhaus in Solihull prall gefüllt hatte. Der P6, ursprünglich mit einem 2-Liter-Vierzylinder ausgestattet, strotzte nur so vor technischen und sicherheitsrelevanten Innovationen und Finessen: vier Scheibenbremsen, aufwändige De-Dion Hinterachse, Sicherheits-Lenksäule, Sicherheitsgurte auf allen Plätzen usw. Der, ebenfalls aus Sicherheitsgründen, hinter der Rückbank platzierte Tank verkleinerte dabei den Kofferraum, führte aber so zum charakteristischen Reserverad auf dem Kofferraumdeckel - an dem sich die Geschmäcker damals wie heute scheiden. Eben "Very British"!

Besonders interessant ist die vordere Radaufhängung, die über Umlenkhebel die horizontal liegenden Federelemente anspricht. Grund hierfür war der Plan, den P6 mittels Gasturbine anzutreiben, die eben viel Platz benötigte und die einzigartige Vorderachskonstruktion sorgte für genau diesen Platz. Die Gasturbine schaffte es nur in zwei Prototypen, der verfügbare Platz führte aber dazu, dass ab 1968 der legendäre Rover 3,5 Liter-V8-Motor eingebaut wurde. Ursprünglich eine Buick-Konstruktion (für den US-Markt aber bald als zu klein erachtet), erlebte das Aggregat bei Rover seine große Zeit: hunderttausendfach hergestellt, verrichtete der Motor seinen Dienst bis in die 2000er Jahre nicht nur in Fahrzeugen des Hauses Rover.

Unser Rover P6 begann sein Leben als Auto eines Anwalts in der Nähe von Mailand. Es wurde nur ca. 15 Jahre gefahren, danach trocken abgestellt. Vor ca. 7 Jahren kam der Wagen nach Deutschland und wurde vom Vorbesitzer penibel bis auf die letzte Schraube restauriert, wobei insbesondere der Motor entsprechende Aufmerksamkeit erfuhr und das vollkommen verschlissene Automatikgetriebe gegen ein Fünfganggetriebe getauscht wurde. Geblieben ist die matte Patina von vielen Jahren unter der italienischen Sonne, was diesen Wagen zu einem echten Wolf im Schafspelz macht, der hinsichtlich seiner Fahrleistungen fast immer unterschätzt wird.






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